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Berlin Product Designers Meetup bei DAYONE: Warum menschliches Urteil mit KI wichtiger wird

Felix Hoge

Lead UX Design, DAYONE

Am 15. Oktober 2026 war DAYONE Gastgeber des Berlin Product Designers Meetup #45 in unserem Studio in Berlin. Rund 70 Gäste hörten den Vortrag „Why Human Judgment Matters More Than Ever“ von Breno Frias, ehemals Head of UX bei N26. Seine These: KI liefert die wahrscheinlichste Antwort und macht Gleichförmigkeit billig. Damit werden Urteilsvermögen und Geschmack zur knappen Ressource, und beides lässt sich trainieren.

Breno Frias spricht vor vollem Saal im DAYONE Studio, das Publikum sitzt auf gelben Stühlen zwischen Backsteinwänden und Palmen
Breno Frias beim Berlin Product Designers Meetup #45 im DAYONE StudioFoto: Denise Jaouadi

Auf einen Blick

  • KI liefert die wahrscheinlichste Antwort. Breno Frias nennt das Ergebnis Sameness: Produkte und Marken werden austauschbar.
  • Neue Ideen entstehen aus Unterschieden. Laut einer Studie über 18 Millionen Fachartikel werden Arbeiten am häufigsten zitiert, die Bekanntes mit Ungewöhnlichem kombinieren.
  • Wenn Ergebnisse nichts mehr kosten, werden Urteilsvermögen und Geschmack knapp und damit wertvoll.
  • Geschmack ist trainierbar: mit Einflüssen außerhalb von Software, einem Anti-Moodboard und Skizzen von Hand, bevor man promptet.
Datum
15. Oktober 202618:00–22:00
Ort
DAYONE StudioOudenarder Str. 1613347 Berlin
Veranstalter
Berlin Product Designers
Speaker
Breno FriasFreelance Designer, ehemals Head of UX bei N26
Gäste
70

Worum es ging

Felix Hoge von DAYONE begrüßt die Gäste, hinter ihm die Folie We are DAYONE. We build what works.
Foto: Denise Jaouadi

Die Berlin Product Designers (BPD) organisieren seit Oktober 2021 jeden Monat ein kostenloses Meetup für Designer:innen und Design-Interessierte, jedes Mal bei einem anderen Gastgeber. Für die 45. Ausgabe kam das BPD-Team auf uns zu. Uns war wichtig, dass das Thema an die Fragen andockt, die uns gerade beschäftigen: Was verändert KI an der Arbeit von Designer:innen und digitalen Beratungen? Designsysteme sollten bewusst nicht im Mittelpunkt stehen. Der Vortrag von Breno Frias, „Why Human Judgment Matters More Than Ever“, traf genau diesen Punkt.

Ab 18 Uhr füllte sich das Studio, um 19 Uhr eröffnete das BPD-Team den Abend. Felix Hoge stellte DAYONE als Gastgeber vor: wie wir uns als Synthetic Studio und AI-native Digital Consultancy aufstellen und wie unsere drei Säulen Build, Grow und Operations zusammenspielen. Danach gehörte die Bühne Breno.

Was wir mitnehmen

Geschmack filtert, Urteil übernimmt Verantwortung

Breno unterscheidet zwei Dinge, die oft in einen Topf geworfen werden. Geschmack wirkt wie ein Filter und beantwortet die Frage, ob etwas gut ist. Urteilsvermögen wägt Zielkonflikte und Einschränkungen ab und fragt: Löst das das Problem, und stehe ich hinter dem Ergebnis?

Warum KI im Produktdesign Gleichförmigkeit billig macht

Breno Frias vor seiner Folie mit dem Satz: AI makes the sameness instant
„We optimized for what already works. And it kills our differences.“Foto: Denise Jaouadi

KI ist darauf gebaut, die wahrscheinlichste Antwort zu liefern. Das Ergebnis ist nicht falsch, aber es ist erwartbar. Breno zeigte, wie sich Orte auf der ganzen Welt immer ähnlicher sehen. Ein Grund: Alle nutzen dieselben Daten, um dieselben Kennzahlen zu jagen. Für ein Unternehmen heißt Gleichförmigkeit, über den Preis konkurrieren zu müssen. Für Designer:innen heißt sie, austauschbar zu werden. „You cannot disrupt a market based on averages!“

Neue Ideen entstehen aus Unterschieden

„New ideas come from difference.“ Als Beleg nannte Breno eine Studie von Brian Uzzi (Northwestern University, 2013) über 18 Millionen wissenschaftliche Arbeiten: Am häufigsten zitiert werden die, die Bekanntes mit Ungewöhnlichem kombinieren. Seinen Vergleich fanden wir besonders treffend: KI ist die neue Kamera. Als die Fotografie das exakte Abbilden übernahm, erfand die Malerei den Impressionismus. Wenn Ergebnisse nichts mehr kosten, wandert der Wert zu dem, was knapp bleibt: Geschmack und Urteil.

Geschmack lässt sich trainieren

Der praktische Teil des Abends: Geschmack ist kein Talent, sondern Übung. Breno empfahl drei Ansätze. Erstens den eigenen Kernwert neu bestimmen, statt Fähigkeiten zu verteidigen, die früher das Verkaufsargument waren. Zweitens den Horizont erweitern, mit Einflüssen aus Film, Architektur und Print und mit einem Anti-Moodboard, das vorhersehbare Trends sammelt, um sie bewusst zu meiden. Drittens die Mühe nicht abgeben: zuerst selbst denken und skizzieren, dann prompten.

Danach folgte eine Fragerunde, bevor der Abend bei Mini-Berlinern, Börek und Gesprächen bis 22 Uhr ausklang.

„If anyone can generate 1,000 options in a minute, the valuable person is the one who knows which 999 to reject.“
Breno Frias
Gäste des Meetups verfolgen den Vortrag vor den Industriefenstern des Studios
Foto: Denise Jaouadi
Gäste im Gespräch beim Networking nach dem Vortrag
Foto: Denise Jaouadi

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Wie wir KI in unsere eigene Arbeit einbauen, ohne das Urteil an sie abzugeben, zeigen wir bei DIaaS AI.

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